EINE AUDIO-VISUELLE PERFORMANCE MIT JUGENDLICHEN AUS DEM JUGENDZENTRUM DREIROSEN BASEL

 

Das Publikum betrat mit Kopfhörern bestückt das Jugendzentrum (JZ). Es gab keine Bühne und keinen Zuschauerraum. Das Publikum konnte sich frei bewegen, zum Sitzen allerdings nur die roten Hocker benutzen. In der Tonspur wechselten sich Auszüge aus Interviews, in denen die Jugendlichen über ihr Leben, ihre Werte, Ängste, Träume und über Zusammenstösse mit dem System sprechen, ab mit Textstellen aus dem Roman „Peter Pan“. Die visuelle Performance zeigte Szenen, die sich am Alltag im JZ orientierten, die Grenzen zwischen Realität und Inszenierung aber verschwimmenliessen. Die Jugendlichen performten erhöhte Figuren ihrer selbst und spielten mit dem Bild, das sich die Öffentlichkeit ohne differenzierte Auseinandersetzung mit ihrer Realität macht.

Es wurde keine Reality-Show geboten – die Jugendlichen interagierten auf eine Art und Weise mit dem Publikum, dass sich die Frage stellte, wer hier eigentlich wen begafft. Für den zweiten Teil der Performance entwickelten die Jugendlichen eine Traumsequenz, die sich mit dem Älterwerden, dem Abschied von der Jugend und damit auch von ihrem Nimmerland JZ Dreirosen auseinandersetzt.

NIMMERLAND war ein Projekt von Eva Rottmann und der „Firma für Zwischenbereiche“ in Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum Dreirosen und der Kaserne Basel. ZWISCHENRÄUME (ZR) war für die partizipative Erarbeitung der Ausstattung und der Videoprojektionen verantwortlich. Ferner unterstützte ZR die Projektleitung bei der Konzeption des partizipativen Probenprozesses.

Das JZ ist ein niederschwelliges Angebot. Das Produktionsteam hat deshalb nach einer Aufführungsform gesucht, welche eine breite Partizipation der Jugendlichen ermöglicht und zu einem künstlerisch wertvollen Produkt führt, ohne dabei auf eine lückenlose Teilnahme einzelner Jugendlichen angewiesen zu sein. So entstand das Konzept der audiovisuellen Performance. Die Szenen wurden einfach und klar gestaltet, damit einzelne Abwesenheiten und schnelle Umbesetzungen möglich wurden.

Nach Kickoff-Veranstaltung, Workshops und Interviews mit Jugendlichen begannen einen Monat vor der Premiere die Proben für die visuelle Performance. Die Ideen der Jugendlichen aus Improvisationen und Gesprächen waren hierbei massgebend. Sie haben selbstständig Texte geschrieben, Choreographien erarbeitet und mit der Unterstützung von ZR fotografiert, gefilmt und Kostümideen entwickelt. >> Projekt-Doku